Morbus Crohn - Selbsthilfe-Magen-Darm

SELBSTHILFE MAGEN-DARM
Morbus Crohn
Crohn Colitis
Reizdarm
aus Magdeburg
MENÜ
Direkt zum Seiteninhalt

Morbus Crohn

Darmerkrankungen
KRANKHEITSBILD: Morbus Crohn

     

Bild: Entzündungsherde (weißlich) in der Darmschleimhaut                
Quelle:Prof. Richard Raedsch; St. Josefs- Hospital, Wiesbaden).
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Enteritis regionalis, Ileitis regionalis
Englisch: Crohn`s disease, regional enteritis
Häufige Tippfehler: Morbus Cron, Morbus Chron                                                          
Definition Morbus Crohn
                                                                                                                                                                                                                                               
Unter dem Begriff Morbus Crohn (Morbus = Krankheit, Crohn = war der Erstbeschreiber dieser Erkrankung) versteht man eine chronisch- entzündliche Darmerkrankung, die diskontinuierlich (das bedeutet Abschnitthaft) alle Teile des Magendarmtraktes (Gastrointestinaltraktes) betreffen kann.
    
Häufigkeit / Epidemiologie
Vorkommen in der Bevölkerung
Der Morbus Crohn ist auf der gesamten Welt und bei allen Rassen zu beobachten. Immer mehr Menschen erkranken jährlich daran. Menschen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr sind am häufigsten betroffen.
Die Krankheit Morbus Crohn
Der Morbus Crohn kann den gesamten Verdauungstrakt befallen - von der Speiseröhre (Ösophagus) bis zum Mastdarm (Rektum).
Die einzelnen Abschnitte sind jedoch unterschiedlich oft betroffen:
  * Speiseröhre ca. 0,5%
  * Magen ca. 6%,
  * Zwölffingerdarm (Duodenum) ca. 5%
  * Dünndarm (Ileum) ca. 3%
  * letzte Dünndarmschlinge ca. 88%
  * Dickdarm (Colon) ca. 70%
  * Mastdarm (Rektum) ca. 20%.
Die Entzündung durchsetzt alle Wandschichten des Verdauungstraktes und kommt meist in Schüben. Der akute Schub ist unter anderem gekennzeichnet durch verdickte Darmwände.
Die Ausbreitung des Krankheitsbildes in Dünn- und Dickdarm ist meist diskontinuierlich (sog. „skip lesions“). Endoskopisch (z. Bsp. bei der Darmspiegelung) lässt sich typischerweise ein sog. Pflastersteinrelief der Darmschleimhaut erkennen.
Ursachen
Die Ursache des Morbus Crohn ist noch nicht eindeutig geklärt. Mehrere Faktoren werden diskutiert:
  * familiäre Disposition
  * genetische Ursachen
  * infektiöse Ursachen oder
  * immunologische Ursachen.
Die eintretende Besserung unter Corticoiden (Cortison) spricht für eine immunologische, d.h. vom Abwehrsystem des Körpers ausgehende, Genese, wie man es bei allen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis findet.
Corticoide unterdrücken das körpereigene Abwehrsystem (Immunsuppression). Bei manchen Patienten ist auch eine Besserung bei Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel zu beobachten. Möglicherweise spielen hier Allergien eine Rolle.
Beschwerden / Symptome
Die Symptome sind abhängig von den unterschiedlichen Stadien und Manifestationen. Sie werden durch die Lokalisation, die Ausdehnung und die Aktivität des Entzündungsprozesses bedingt. Auch die Auswirkungen auf die Nachbarorgane kann eine Rolle spielen. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schmerzen im rechten Unterbauch und Durchfälle. Ebenso können Übelkeit, Erbrechen und Fieber bestehen.
Der Morbus Crohn kann hinsichtlich der Symptomatik oft nicht ganz klar von der Colitis ulcerosa unterschieden werden. Auch die Blinddarmentzündung (Appendizitis) kann damit verwechselt werden.
Außer den Symptomen, die sich direkt auf den Darm beziehen, gibt es auch noch sog. extraintestinale Manifestaionen – also eine Symptomatik unabhängig vom Verdauungstrakt. Auf der Haut kann es zu Ausschlägen kommen, es können sich Gallensteine bilden und es kann zu Leberveränderungen kommen.
 
Diagnose
Maßgebend sind vor allem der Ultraschall (Sonographie) und die Darmspiegelung (Kolo- Ileoskopie).
Im Ultraschall kann man Darmwandverdickungen, Darmerweiterungen vor der evtl. Verengung, sowie Fisteln erkennen.
Bei einer Darmspiegelung fällt das sogenannte Pflastersteinrelief der Darmschleimhaut auf. Komplikationen wie Fisteln (Erklärung siehe unten), Ulcera (Schleimhautgeschwüre) oder Stenosen (Engstellen durch Narbenbildung) sind auch darstellbar.
Die Laborwerte ergeben sich im Rahmen der Entzündungszeichen folgende Ergebnisse:
  * BSG - Beschleunigung (Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht)
  * Erhöhung des CRP (C- reaktives Protein; Entzündungsparameter: je höher der Wert, desto stärker die Entzündung; es lässt jedoch nicht auf die Art der Entzündung schließen.)
  * sowie eine erhöhte Anzahl von Leuko- und Thrombozyten (weiße Blutkörperchen und Blutplättchen).
Da die Darmfunktion beim Morbus Crohn gestört ist, können lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente schlecht resorbiert werden.
Folgende Konstellationen wären denkbar:
  * Vitamin- B12 erniedrigt
  * Calcium erniedrigt
  * Magnesium erniedrigt
  * Eisen erniedrigt
  * Vitamin A und D erniedrigt
Zum Ausschluss einer erregerbedingten Darmentzündung werden auch Stuhlproben auf Keime untersucht.
Komplikationen
Folgende Komplikationen können auftreten:
  * mechanischer Darmverschluss (Ileus):
    Einengungen des Darmlumens (Darmröhre) sind im Anfangsstadium meist entzündlich, später fibrös (durch Bindegewebsverwachsungen) bedingt.
     
  * Fisteln:
    pathologische Verbindungen z. Bsp. zwischen zwei Darmschlingen (enteroenterisch), zwischen Darmschlingen und der Harnblase (enterovesikal) oder der Scheide (enterovaginal); Fisteln sind die häufigste Komplikation des Morbus Crohn.
     
  * Blutabgänge (Blut im Stuhl lässt sich an der Konsistenz und Farbe erkennen: sogenannter Teerstuhl):
    lassen an Dickdarm - oder Rektumbeteiligung (Enddarm) denken, da sie bei Dünndarmbefall sehr selten sind
     
  * Perforation (die Entzündung der Darmwand verursacht einen Durchbruch und sowohl Luft, als auch Stuhl kann in den Bauchraum gelangen):
    kann im Röntgenbild durch freie Luft in der Übersichtaufnahme des Bauches (Abdomenübersicht) nachgewiesen werden
     
  * Malignomrisiko:
    Das Risiko für Dünndarmkrebs (Dünndarmkarzinom) ist deutlich erhöht, während das Risiko für Dickdarmkrebs kaum erhöht ist.
    Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Darmkrebs
Therapie Morbus Crohn
Das Ziel der Therapie ist es, die Schübe zu verringern und die Symptome zu lindern. Eine Heilung des Morbus Crohn gibt es bis heute nicht.
Die Behandlung der Schübe orientiert sich am Schweregrad. Die Schübe werden nach dem CDAI (Crohns Disease Activity Index) eingeteilt:
Kriterium
 
Wert / Punktzahl
Anzahl der weichen Stühle in der letzten Woche                              *   2
                                                                                                       
Grad der Bauchschmerz                                                                        *   5
                                                                                                       
Allgemeinbefinden                                                                                 *   7
                                                                                                        
Andere Morbus Crohn assoziierte Syptome                                     *  20
                                                                                                         
Symptomatische Durchfallbehandlung in der letzen Woche        *  20
                                                                                                         
Tastbare Resistenz / Widerstand im Abdom                                    *  10
                                                                                                         
Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen zur Flüssigkeitsanteil im Blut)  *   6
                                                                                                         
Gewicht (1- (Gewicht/Standardgew.))                                               * 100
                                                                                                          
Aktivitätsindex                                                                                       Summe   
Ab einem CDAI > 150 handelt sich es um einen Schub, der behandelt werden sollte.
Die Therapie des akuten Schubs (CDAI >150) bei dem nur der Dünndarm betroffen ist, besteht in der Gabe von Steroiden (z. Bsp. Prednisolon).
Als unerwünschte Wirkungen, neben der gewünschten Immunsuppression, treten u. a. Diabetes und erhöhte Glucosespiegel im Blut auf.
Wenn es bei einem akuten Schub zu einer Beteiligung des Dickdarms kommt, werden Steroide plus Salazosulfapyridin (SASP) oder 5- Aminosalicylsäure (5- ASA) gegeben. SASP und 5- ASA wirken hemmend auf entzündliche Prozesse.
Aufgetretene Fisteln werden medikamentös durch Gabe von Antibiotika (Metronidazol) therapiert. Im ersten Drittel einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ist die Gabe contraindiziert.
Bei Versagen dieser Therapie muss das Problem chirurgisch angegangen werden. Exantheme (Hautausschläge), Übelkeit und Erbrechen können als Nebenwirkungen auftreten.
Durchfälle werden in der Regel mit Loperamid behandelt, wobei darauf geachtet werden muss, dass keine Verstopfung (Obstipation) entsteht.
Der Wirkstoff Loperamid hemmt die Darmbewegungen (Peristaltik), die Stuhlfrequenz und erhöht die Aufnahme (Resorption) von Wasser und Elektrolyten.
Es werden auch Vitamine, Spurenelemente und Flüssigkeit zusätzlich gegeben, damit keine Mangelsituationen entstehen können.
Wenn eine operative Therapie als einzige Therapieform bleibt, liegt meistens ein Verschluss des Darms (Ileus) vor, der die Passage von Stuhl behindert. Bei Perforation, also Darmwanddurchbruch, oder Eiteransammlungen innerhalb des Bauchraums muss ebenso dringlich operiert werden. Die Strategie der operativen Therapie ist, einen möglichst großen Teil des Darms zu erhalten, also so wenig Darm wie möglich zu entfernen.
Im Falle einer Unterernährung und reduziertem Allgemeinzustand sollte über eine Sondenernährung nachgedacht werden.
Prophylaxe
Für das Krankheitsbild des Morbus Crohn gibt es leider keine Prophylaxe, da die Ursache(n) noch nicht genügend erforscht bzw. noch nicht gesichert sind.
Es sollte allerdings versucht werden die Schübe zu minimieren, indem man auf die Ernährung achtet. Lebensmittel, die schlecht vertragen werden, sollten demnach vermieden werden.
Auch auf das Rauchen sollte verzichtet werden. Gänzlich vermeiden kann man die Schübe nicht.
Man kann sie nur versuchen einzudämmen, wenn sie einmal auftreten.
Prognose
Eine Heilung des Morbus Crohn ist bis heute nicht möglich.
Es wird versucht die Schübe medikamentös unter Kontrolle zu bringen. Es ist allerdings bewiesen, dass Morbus Crohn – Patienten, im Vergleich zur gesunden Normalbevölkerung, einen deutlich erhöhtes Risiko haben, an Dünndarmkrebs zu erkranken, daher sollten hier regelmäßige Kontrollen erfolgen.
Seiten-Anfang   




HOMEPAGE
Wir möchten  Ihnen mit unseren   Internetauftritt unsere   Selbsthilfegruppe  etwas näher vorstellen. Wir verfügen in der Gruppe über eine gebündelte Betroffenenkompetenz. Daher verstehen wir Ihre Ängste, Nöte und Probleme. Sprechen Sie uns an.


HILFE FÜR BETROFFENE
Wegen der Komplexität einer Darm- Erkrankung sollten sich betroffene Patienten bzw. deren Angehörigen immer Hilfe von meheren Stellen suchen. Die Selbsthlife kann den Betroffenen bei der Bewältigung seiner Krankheit unterstützend helfen, ersetzt aber generell keinen Arztbesuch.





BETROFFENENBERICHT:
Jeder Betroffene berichtet über einzelne Schicksale, über unterschiedliche Krankheitsverlaüfe. Einer unser aktiven Gruppenmiotglied berichtet ausführlich über seine Krankheit auf dieser Website. mehr lesen

Erfahren Sie etwas mehr von uns:
© 2012-2018 by selbsthilfe-magen-darm
Zurück zum Seiteninhalt